Aus dem Nähkästchen

Danny: Update

Lesezeit: 1 Min.

Schneller Post für zwischendrin. Ich habe an der Danny-Zeichnung ein wenig herumgeschraubt, damit der Kerl nicht so Chucky-Mörderpuppe-mäßig ausschaut. Das ist immer noch die selbe Kugelschreiber-Zeichnung, aber wie schon öfter erwähnt, ich bin ein Meister des Photoshop.

Here we go. Danny Kowalczyk, finale Version. Art is never finished, only abandoned. #geheimprojekt2018

Ein von Ben Hary (@bencalvinhary) gepostetes Foto am

Noch ne‘ Skizze für’s Geheimprojekt

Lesezeit: 1 Min.

Cat Kowalczyk. Das Mädchen hat Feuer in den Augen.

Cat Kowalczyk. Das Mädchen hat Feuer in den Augen.

Von meinen Methoden, mich an das Innenleben meiner Figuren anzunähren, habe ich an dieser Stelle ja bereits berichtet. Eine davon ist optisch: Ich fertige kleine Portraits/Charakterstudien meiner Charaktere an, die das Wesen dieser Personen einfangen sollen. Normalerweise werte ich damit lediglich meine Charakter Sheets in Scrivener auf, aber ab und an kommt ein Bildchen dabei zustande, das mir selbst so gut gefällt, dass ich es teilen möchte. Bereits letzte Woche lerntet ihr so „Danny“ kennen, einen der vier jugendlichen Protagonisten meines aktuellen Geheimprojektes.

Hier also Portrait Nummer zwei: Cat Kowalczyk, ein zorniges Mädchen mit kurzer Lunte und überbordendem Loyalitätssinn. Zeichnerisch ist das hier natürlich kein Meisterwerk, zumal die Skizze eigentlich nur für den internen Gebrauch gedacht war. Sie entstand innerhalb einer halben Stunde als Schnellschuss, zu 100% in Photoshop mit ein paar schlampigen Pinselstrichen. Der Gesichtsausdruck, finde ich, ist mir dennoch gelungen. Vor allem mag ich diesen Killer-Blick; Cat lässt sich keinen Bullshit gefallen, sie ist direkt und haut auch mal auf den Tisch. Gerne aber auch auf anderer Leute Nasen.

Die Hobbys meiner Kinder, oder: Liebe deine Figuren wie ein Stalker

Lesezeit: 3 Min.

Die Recherche für einen Roman verlangt gelegentlich Verrenkungen von einem Autor, für die er irritierte Blicke von seinen Mitmenschen erntet. So musste ich mir jüngst die Frage gefallen lassen: „Warum guckst du dir in letzter Zeit den ganzen Tag diese Skateboard-Videos auf YouTube an?“
Meine etwas säuerliche Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Warum wohl? Weil ich null Ahnung vom Skaten habe.“

Dabei war die Nachfrage durchaus berechtigt. Skaten ist ein Sport, der mich nicht die Bohne interessiert. Selbst habe ich im Leben etwa vier mal auf einem Skateboard gestanden, und jedes Mal endete die Begegnung mit diesem Sportgerät mit schmerzhaften Stürzen und aufgeschrammten Gelenken. Seither weiß ich: ich bin kein begabter Faller. Man kann sagen, in Sachen Tollpatschigkeit bin ich die Bella Swan unter Science Fiction-Autoren. Das Skateboard und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr.


Das könnte ich sein.

Aber nicht ich bin auch derjenige, der sich durch meine Augen diese Videos anschaut, sondern Leon. Der liebt das Skaten nämlich und weiß alles darüber – zumindest mehr als der Autor, dessen Hirn ihn gezeugt hat. Und da liegt der Hund begraben. Leon ist nämlich eine der Hauptfiguren in meinem kommenden Romanprojekt und er hat Interessen, die mir persönlich relativ am Allerwertesten vorbeigehen. Doch wie sagte Patricia Highsmith einmal: „Meine Figuren zwingen mich, ihre Hobbies auszuüben“ Genau das passiert auch mir gerade. Zum Glück muss ich dafür nicht selbst aufs Skateboard steigen. Ich befürchte nämlich weitere, schmerzhafte Verletzungen, und manchmal wünsche ich mir Leons Körperbeherrschung.

Wer ein guter Autor sein will, quält seine Kinder

dannyneu

I give you: Danny. Bevor einer fragt: Kugelschreiber, Kohle und Photoshop.

Themenrecherche ist aber nur ein Teil der Vorbereitungsarbeit, die in so ein Romanexpo fließen. Darf ich vorstellen: Danny Kowalczyk. Eine weitere Figur aus dem selben Geheimprojekt, in dem auch Leon vorkommt. Und irgendwie sieht man ihm schon an den Augen an: Das ist kein glücklicher Teenager. No Sir!

Als Grafiker, der ich im Grunde meines Herzens immer geblieben bin, ist mein Ansatz sehr oft visuell. Jemanden zu zeichnen ist sozusagen ein intimer Akt und ermöglicht es mir, meine Figuren zu erkennen und mich mit ihnen zu identifizieren. Skizzen wie diese entstehen meist spontan, im gerade passenden Augenblick. Sie hübschen meine Scrivener-Projekte auf und helfen mir bei der späteren Charakterführung. Es macht diese Menschen irgendwie realer für mich, gibt mir das Gefühl, auch mal zu ihnen gehen und sie schütteln zu können, wenn sie sich auf den Seiten meines Textes nicht so verhalten wie ich es mir wünsche. Aber Figuren sind halt ein Stück weit wie Kinder. Sie entwickeln Eigenleben und machen nicht immer das, was sie sollen.

Dieses Level an Immersion in die Welt der von einem selbst geschaffenen Figuren ist wichtig für einen Autor. Bisher kamen stets diejenigen meiner Charaktere bei meinen Lesern am besten an, in die ich selbst beim Schreiben abgöttisch „verliebt“ war. Das waren Typen und Mädels, die ich, fast wie ein Stalker, besser kannte als meine besten Freunde. Über die ich alles wusste: ihre Stärken und ihre Schwächen – und damit auch, wie man sie am effektivsten quält.

Es ist eine Binsenweisheit, dass ein Autor Sadist sein müsse, aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Es gab Momente, in denen ich tränenüberströmt am Rechner saß, weil ich einem meiner Charaktere etwas schlimmes antun oder ihn gar töten musste. Wenn ich eine Figur so richtig in Bedrängnis bringe, mit der ich mich vollkommen identifiziere und an der mein Herz hängt, tut mir das oft mehr weh als dem Charakter selbst. Aber dann weiß ich auch, dass mein Leser mit dieser „Person“ mitfiebern kann. Und, soviel kann ich schon verraten: Der kleine Danny da oben wird mehr einstecken müssen als manch andere von mir erfundene Figur. Sorry, Junge. Du bist im wahrsten Sinne zum Leiden geboren.

Mehr infos zu diesem Geheimprojekt veröffentliche ich an dieser Stelle sporadisch. Ihr dürft also gespannt sein.

LuxCon 2016 – Nachlese (Teil 2): Ben Calvin im Interview

Lesezeit: 1 Min.

Auch am zweiten Tag des LuxCon 2016 bestand Conreporter Patrik darauf, mich vor seine Kamera zu holen (den ersten Teil seht ihr hier). Diesmal ging es ihm um ein ausführliches Interview mit dem, wie er mich zu nennen insistiert, „Starautor“ – mein erstes in meiner Funktion als Schriftsteller. Auch dieses Video möchte ich euch nicht vorenthalten.

Auch hier wieder: Das „Geheimprojekt“ ist zwischenzeitlich enthüllt.

Den Youtube-Channel des Conreporters findet ihr hier.

Lift off zum Mars – Der Countdown läuft

Lesezeit: 1 Min.

"Ein Zimmer auf dem Mars" - Kapitel 1

„Ein Zimmer auf dem Mars“ – Kapitel 1

Schon vor längerer Zeit habe ich an dieser Stelle über ein kleines Projekt von mir berichtet, das ich heute etwas ausführlicher vorstellen möchte.

Conell Biggs hat alles verloren. Seine Frau und seinen zweijährigen Sohn musste er bei der Flucht vor Krieg und Elend auf der verwüsteten Erde zurücklassen – ein unerträglicher Verlust, der ihm das Dasein auf dem neuen Heimatplaneten Mars zur Hölle macht.
In den Wüsten des Roten Planeten ist er gezwungen, ums nackte Überleben zu kämpfen – gegen den Widerstand der alteingesessenen Kolonisten, die in ihm einen Eindringling sehen und ihm mit blankem Hass begegnen. Nur noch die vage Hoffnung, eines Tages seine Familie wieder zu sehen, hält ihn bei Verstand…

„Ein Zimmer auf dem Mars“ ist ein Fortsetzungsroman in 12 Teilen, den ich den kommenden anderthalb bis zwei Jahren kapitelweise veröffentlichen werde. Kapitel 1 liegt zur Zeit beim Lektorat. Das vorläufige Cover seht ihr rechts.

Wenn alles glatt geht, wird der Text am 01.09.2016 als E-Book only erscheinen und bildet den Startschuss für diese Miniserie. Jede weitere Folge erscheint dann vierteljährlich. Die nochmal überarbeitete Gesamtausgabe erscheint nach derzeitiger Planung im Anschluss, dann auch in gedruckter Form.

Weitere Infos zu gegebener Zeit hier.

ColoniaCon 2016: Einmal über dem roten Teppich geschwebt

Lesezeit: 3 Min.

Science Fiction-Fans, Autoren, Heftromane und helles Bier in winzigen Gläsern – all das kam am vergangenen Wochenende im Kölner Jugendpark zusammen. Dieses Mal wurde der ColoniaCon von einem teils neuen Team um die Veranstalter Robert Corvus und Daniel von Euw organisiert. Wie immer waren auch zahlreiche Autoren als Stargäste geladen. Zum ersten Mal war ich einer von ihnen. Nebenher gründete ich gemeinsam mit einem anderen PERRY RHODAN-Autor eine waschechte Boyband.
Aber der Reihe nach.

IMG_7391

„Von Stardust über Arkon zum Jupiter“ hieß das Panel über die PR-Miniserien. Im Bild: Roman S., Dieter Schmitt, Ben Calvin Hary, Uwe Anton, Rüdiger Schäfer, Dennis Mathiak und Kai Hirdt.

Der zweiundzwanzigste ColoniaCon fühlte sich genauso an wie die vorangegangene Ausgabe dieser Kultveranstaltung und doch war diesmal vieles anders. Zunächst einmal, weil es der Einstand der neuen Veranstalter war, die aber einen (mit den Worten von Conreporter Patrik Knörr) „gechillten“ Con auf die Beine gestellt haben, welcher von Besuchern wie Gästen gleichermaßen angenommen wurde. Da ich Robert Corvus (unter seinem bürgerlichen Namen Bernd Robker) mittlerweile so halb zu meinem erweiterten Freundeskreis zähle, freut mich das für ihn natürlich sehr. Bernd: selbst dein märtyrerhafter Einsatz am Tresen hat sich gelohnt!

Aber auch für mich war der Con erfolgreich, nämlich als der erste ‚offizielle‘ Auftritt, seit ich ins so genannte Profilager wechseln durfte. Viele Autogramme durfte ich schreiben und gleich drei Panels musste ich bestreiten; „Autorenwege“ hieß das erste.

Gemeinsam mit Roman Schleifer (PERRY RHODAN-Stardust) und Aki Nofftz (DSA, Sun Quest) plauderte ich aus dem Nähkästchen und gab Einblicke in die Arbeitsweise und das Schaffen eines Jungautors: Wie wird man zum Heftroman-Autor (und warum will man das überhaupt)? Vor welche Probleme wird man als Anfänger gestellt, wenn man plötzlich als professioneller Schriftsteller agieren muss?

Für mich die beruhigendste Erkenntnis aus diesem Panel: Roman Schleifer unterliefen ganz zu Beginn seiner Arbeit unter der Ägide von Klaus N. Frick ähnliche Anfängerfehler wie später mir. Und auch Oliver Fröhlich, mit dem ich mich kurz zuvor unterhalten hatte, kannte zumindest vergleichbare Anlaufschwierigkeiten im Profi-Bereich. In diesem Zusammenhang: Ja, es ist sinnvoll, wenn Autoren sich untereinander vernetzen. Und sei es nur, um sich gemeinsam auszuheulen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, und Meister fallen nun einmal nicht einfach so vom Himmel.

Als neuer MADDRAX-Autor

IMG_7378

Mit Michael „Mad Mike“ Schönenbröcher (Redakteur bei Bastei), Aki Nofftz (Moderation) sowie den Autorenkollegen Oliver Fröhlich und Lucy Guth beim MADDRAX-Panel.

Wenig später saß ich im Hauptraum gemeinsam mit Chefredakteur Michael „Mad Mike“ Schönenbröcher sowie Oliver Fröhlich und Lucy Guth auf der Bühne. Es ging um MADDRAX – jene preisgekrönte Abenteuer/Sci Fi/Horror-Serie aus dem Bastei-Verlag, für die ich demnächst ebenfalls einen Roman beisteuere. Aki Nofftz moderierte.

Mad Mike beantwortete dem Publikum Fragen zur Serie („Was macht Aruulas Frisur?“ „Wann kommen Matt und Co. auf die Erde zurück?“), während Oliver und Lucy Einblicke in die Entstehung eines MADDRAX-Romanes gaben. Zwar konnte ich selbst als „der Neue“ mit wenig Anekdoten aufwarten. Dafür profitierte ich von den Antworten meiner erfahreneren Kollegen: Wie bringen sie sich mit eigenen Ideen bei MADDRAX ein? Welches war der verrückteste Einfall, den sie je in die Handlung schmuggeln konnten? Die Unterhaltung machte mir Spaß und ich hoffe, dem Publikum ebenfalls. Das Panel war sehr gut besucht.

Die PERRY RHODAN-Miniserien

Sofort im Anschluss hieß es „Von Stardust über Arkon zum Jupiter“, und auch hier durfte ich als Autor von Band drei der Miniserie PERRY RHODAN-Arkon bei den „Großen“ sitzen. Diesmal waren meine Tischnachbarn Roman Schleifer (zum zweiten), Dieter Schmidt, Uwe Anton, Rüdiger Schäfer, Dennis Mathiak und Kai Hirdt. Zwar kam ich selbst nur kurz zu Wort – bei dieser Vielzahl an interessanten Menschen auf einer Bühne war das auch gar nicht anders möglich – dennoch war es auch hier spannend, auf die „andere Seite des Spiegels“ zu treten. Die umgekehrte Erfahrung, vom Parkett aus die Autoren anhimmeln zu dürfen, kann man damit kaum vergleichen.

"Wo man singt, dort lass dich nieder. Böse Menschen singen immer wieder." - Niels Clausnitzer (im Auftrag von Rainer Brandt)

„Wo man singt, dort lass dich nieder. Böse Menschen singen immer wieder.“
– Niels Clausnitzer (im Auftrag von Rainer Brandt)

Auch abseits der Panels spielte sich ein schöner, gewohnt familiärer Con ab. Ich traf viele Bekannte, knüpfte neue Kontakte und freundete mich mit Autorenkollegen und Fans an. Meine heimlichen Highlights: Ein zu seinem Schutz von mir anonym gehaltener Besucher, den ich laut seiner Aussage an Marc A. Herren erinnerte – „so von früher, als er noch dünn war.“ Ein Autogramm, dass ich der Starautorin Regina Schleheck geben durfte, welche ich als sehr sympathische Person kennenlernte. Ein spontanes und alkoholinduziertes, gemeinsames Gitarrenkonzert beim abendlichen Grillen, auf der Gitarre von STELLARIS-Autor Dieter Bohn.
Und schließlich Dennis Mathiak, mit dem mich, wie ich feststellte, einige Gemeinsamkeiten verbinden. Nicht nur sind wir ungefähr im gleichen Alter und damit die zwei Nesthäkchen im (erweiterten) Kreis der PERRY RHODAN-Autoren. Als Kinder waren wir außerdem beide gleichermaßen Jünger von David Hasselhoff. Rasch war die Idee geboren, eine Boyband zu gründen und mit Coverversionen von „Is Everybody Happy“ und „Limbo Dance“ auf Tournee zu gehen. Nur auf einen Namen konnten wir uns noch nicht einigen, aber „Milky Way Boys“ war am Ende unser Favorit. Zur Genese dieser genialen Idee waren lediglich einige wenige Gläser Kölsch notwendig.

Gestern ging der ColoniaCon zu Ende, und man kann die Veranstaltung als absolut gelungen bezeichnen. Fazit: Der ColoniaCon 23 ist schon jetzt fest in meinen Terminkalender eingeplant.